frau steht vor dem fenster mit tasse in der hand

Warum fühle ich mich so leer, obwohl ich eigentlich alles habe?

Es gibt diese Abende.

Du kennst sie vielleicht, diese innere Leere trotz allem, was eigentlich da ist. Trotz Familie, trotz Job, trotz dem Dach über dem Kopf. Du hast die Kinder ins Bett gebracht. Die Spülmaschine läuft. Die Küche ist endlich aufgeräumt. Der Tag, der schon ratterte, bevor du überhaupt die Augen richtig offen hattest, ist vorbei.

Endlich.

Du lässt dich auf die Couch fallen. Das Haus ist still, und du bist müde. Unglaublich müde. Aber wenn du in dich hineinspürst, ist da noch etwas anderes.

Da ist nichts.

Keine Freude über den geschafften Tag. Keine tiefe Zufriedenheit. Nur eine taube, seltsame Stille. Als hätte jemand den ganzen Tag Energie aus dir herausgeschöpft und vergessen, irgendetwas wieder reinzutun. Du hast so vieles, das du dir jemals gewünscht hast. Warum fühlt es sich dann an, als würde dir alles fehlen?

Das verräterische Wort „eigentlich“

Wenn du mit Freundinnen sprichst, sagst du, dass es dir gut geht. Du lächelst. Ein höfliches, trainiertes Lächeln, während du innerlich leer bist. Du sagst laut, dass du gesunde Kinder hast, einen sicheren Job und dass es dir doch eigentlich gut geht.

Eigentlich.

Dieses kleine Wort.

Es ist verräterisch. Denn „eigentlich“ heißt nichts anderes als: Ich fühle etwas, aber ich erlaube mir nicht, es zu fühlen. Ich bin erschöpft, aber ich darf es nicht sein. Ich will mehr vom Leben, aber ich sollte gefälligst dankbar sein für das, was ich habe. Dieses Wort bügelt alles glatt und löst dabei rein gar nichts.

Wir haben von klein auf gelernt, dass unser Wert an unserer Leistung hängt. Dass wir gut sind, wenn wir viel schaffen, und dass wir geliebt werden, wenn wir für andere da sind. Wir gehorchen diesem Glaubenssatz jeden Morgen, weil es das Einzige ist, was wir kennen.

Und so verbietest du dir deine eigenen Gefühle. Deine innere Kritikerin flüstert dir sofort zu, dass du undankbar bist. Sie sagt dir, dass du kein Recht hast, dich zu beschweren,. Und du glaubst ihr. Du schluckst deine Bedürfnisse herunter. Wieder einmal.

Aber deine innere Leere trotz allem Glanz im Außen lässt sich nicht mit Dankbarkeitsfloskeln wegwischen. Diese Leere ist kein Zeichen von Undankbarkeit. Sie ist der lauteste Beweis dafür, dass du aufgehört hast zu leben und nur noch funktionierst.

Stille Erschöpfung – warum Schlaf nicht hilft

Dein Körper redet mit dir. Jeden Tag, jede Stunde.

Er benutzt keine Worte, sondern Signale. Der verspannte Nacken, den du seit Monaten mit dir herumträgst. Die Kopfschmerzen, die kommen und gehen wie ungebetene Gäste,. Der Kiefer, den du nachts so fest zusammenpresst, dass dir morgens die Zähne wehtun.

Das sind keine Zufälle. Das sind Warnsignale, mit denen dein Körper dir sagt: Es reicht, bitte hör auf.

Aber wir hören nicht hin. Wir nehmen eine Tablette, trinken noch einen Kaffee und sagen uns, dass es schon gehen wird. Dass wir nur noch diese eine Woche durchhalten müssen.

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Warum du aufhören darfst zu funktionieren

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Du leidest an einer stillen Erschöpfung. Nicht an der lauten, dramatischen Erschöpfung, bei der alles sofort zusammenbricht und jeder es sieht. Es ist die leise Erschöpfung, die sich einschleicht, während du funktionierst. Die dich aufstehen lässt, obwohl du eigentlich liegen bleiben willst.

Und dann gehst du ins Bett. Du schläfst, der Tag ist wirklich vorbei, aber die Gedanken kommen. Du denkst an das, was du morgen noch erledigen musst. Und wenn du morgens aufwachst, bist du schon müde, bevor der Tag angefangen hat.

Du fragst dich, warum du so leer bist, wo du doch geschlafen hast.

Die Antwort ist hart, aber ehrlich. Schlaf kann körperliche Erschöpfung heilen, aber keine Sinnleere. Wenn du am Tag nur funktionierst, ist das eine Form von Überleben, aber kein Leben. Ein Körper, der dauerhaft im Alarmzustand ist, kann nicht loslassen, nur weil du die Augen schließt. Die innere Leere füllt sich nicht durch acht Stunden Schlaf, wenn die Seele am Tag verhungert.

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Wie das eigene Ich leise ausbleicht

Ich habe eine Freundin, nennen wir sie Marie. Marie hat zwei Kinder, einen Vollzeitjob, ein Ehrenamt und ist immer die erste Ansprechpartnerin für jeden in ihrer Familie.

Als ich sie einmal fragte, was sie sich für sich selbst wünscht, sah sie mich an, als hätte ich eine Fremdsprache gesprochen. Nach einer langen Stille sagte sie mir, dass sie es nicht mehr wisse und nicht einmal mehr wisse, ob sie überhaupt noch Wünsche habe.

Das war einer der traurigsten Sätze, die ich je gehört habe. Nicht, weil Marie unglücklich war, sondern weil sie sich so sehr verloren hatte, dass sie sich selbst nicht mehr fand.

Als ich sie fragte, wann ihr das aufgefallen ist, sagte sie, dass es keinen bestimmten Moment gab. Es war wie das langsame Ausbleichen einer Farbe. Eines Tages schaust du hin und denkst, das war mal viel leuchtender. Aber du kannst nicht sagen, wann genau es blasser geworden ist.

Genau das passiert, wenn du dich ständig anpasst. Wenn du das Peacemaker-Kostüm trägst, Konflikte vermeidest und die Last aller anderen übernimmst,. Du gibst jeden Tag ein Stück von dir ab. Jedes „Sorry“, das du nicht meinst, ist ein kleiner Verzicht auf deinen Platz in der Welt. Du trittst immer einen Schritt zurück und sagst, dass die anderen wichtiger sind als du.

Irgendwann stehst du so weit hinten, dass du dich selbst nicht mehr sehen kannst. Du hast vergessen, wer du eigentlich bist, wenn niemand etwas von dir braucht. Dein eigenes Ich ist leise ausgeblichen.

Was die Leere wirklich sagen will

Wir neigen dazu, die Leere wegzudrücken. Wir fürchten uns vor ihr.

Wir lenken uns ab, füllen den Terminkalender noch voller, wischen stundenlang über Handybildschirme, nur um die Stille nicht fühlen zu müssen. Weil in der Stille die Gedanken kommen, die wir den ganzen Tag so erfolgreich übertönen.

Aber die Leere ist nicht dein Feind. Sie ist eine Einladung. Sie ist der verzweifelte Versuch deiner Seele, dir mitzuteilen, dass du aufgehört hast, dich selbst zu nähren.

Du kannst nicht aus einem leeren Becher ausschenken. Wenn du leer bist, hast du niemandem etwas zu geben, am allerwenigsten dir selbst. Jahrelang hast du gegeben, bis nichts mehr da war. Du dachtest, Aufopferung sei ein Zeichen von Liebe. Aber oft ist dieses grenzenlose Geben keine Liebe, sondern Angst. Die Angst, nicht geliebt zu werden, wenn du aufhörst zu geben.

Stell dir vor, du bist in einem Flugzeug und die Sauerstoffmasken fallen herunter. Die Ansage lautet immer gleich: Setzen Sie zuerst sich selbst die Maske auf, bevor Sie anderen helfen.

Selbstfürsorge ist diese Sauerstoffmaske. Sie ist kein Egoismus. Egoismus bedeutet, sich etwas auf Kosten anderer zu nehmen. Selbstliebe bedeutet, dass dir nicht egal ist, wie es anderen geht, aber dass dir ab heute auch nicht mehr egal ist, wie es dir selbst geht.

Die Leere sagt dir, dass du dringend nach deiner eigenen Sauerstoffmaske greifen musst.

Der erste Schritt zurück zu dir

frau legt hand aufs herz

Du fragst dich jetzt vielleicht, wie du diese Maske aufsetzen sollst, wenn der Alltag dich doch fest im Griff hat.

Du musst nicht sofort dein ganzes Leben umkrempeln. Die wirksamsten Formen der Veränderung sind die einfachsten,. Der Weg zurück zu dir beginnt nicht mit einem Paukenschlag. Er beginnt mit einer einzigen, radikal ehrlichen Frage, die du dir mitten im Chaos stellst.

Wie geht es mir eigentlich gerade wirklich?

Halte in diesem Moment inne. Spüre deine Füße auf dem Boden. Atme einmal bewusst ein und aus. Nimm wahr, was ist, ohne es sofort verändern zu wollen.

Erlaube dir, unfertig zu sein. Erlaube dir, müde zu sein,. Du musst nicht jeden Tag stark sein und du musst nicht immer funktionieren. Dein Wert liegt nicht in deiner Belastbarkeit. Er liegt schlicht und ergreifend darin, dass du da bist. Mit einem Herzen, das manchmal müde ist. Mit einer Seele, die manchmal Ruhe braucht.

Was ausgeblichen ist, kann wieder Farbe bekommen. Das Ich, das du irgendwo verloren hast, ist noch da. Es wartet auf dich. Fang an, die Schichten freizulegen. Setz Grenzen, auch wenn deine innere Stimme dir einreden will, dass du egoistisch bist,. Es wird sich am Anfang falsch und irritierend anfühlen. Aber mit jedem kleinen Nein im Außen entsteht ein großes Ja in deinem Inneren,.

Du bist dein sicherer Ort. Komm zurück nach Hause.

Dieser Weg zurück zu dir ist kein Sprint. Er besteht aus unzähligen kleinen Momenten, in denen du dich ganz bewusst dafür entscheidest, nicht länger nur zu funktionieren, sondern wieder zu spüren.

Wenn du das Gefühl hast, dass du für diesen Weg Begleitung möchtest, lade ich dich von Herzen dazu ein. In meinem Buch „Einfach jetzt – Warum du aufhören darfst zu funktionieren“ teile ich keine starren 10-Schritte-Programme mit dir. Es ist vielmehr wie ein warmes, langes Gespräch auf der Terrasse, das wir schon viel zu lange aufgeschoben haben. Wir schauen gemeinsam hin. Sanft, ehrlich und in deinem ganz eigenen Tempo,. Du musst das alles nicht alleine tragen. Der erste Schritt beginnt genau hier.

Einfach jetzt.

Sandra · einfach jetzt

Ich schreibe über das was mich selbst nicht losgelassen hat – ehrlich, unperfekt und ohne Ratgeberpose. Wenn dich dieser Artikel berührt hat, freue ich mich über deinen Besuch auf der Über mich-Seite.

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