Was ich gelernt habe, als jemand den ich liebe verschwand
Ich weiß nicht, wie ich diesen Text anfangen soll. Vielleicht weil es kein schöner Anfang war. Vielleicht weil manche Geschichten nicht mit einem klugen Satz beginnen, sondern mit Stille. Mit Hilflosigkeit. Mit dem Gefühl, jemandem beim Verschwinden zuzusehen und nichts tun zu können.
Jemand den ich liebe ist in eine Dunkelheit gerutscht, die ich nicht greifen konnte. Depression hat keinen Lärm gemacht. Sie kam leise. Schleichend. Und irgendwann war der Mensch, den ich kannte, einfach nicht mehr da – obwohl er direkt neben mir stand.
Was Depression wirklich bedeutet – von außen betrachtet

Ich bin keine Therapeutin. Ich kann nicht erklären was im Gehirn passiert. Aber ich kann erzählen was ich gesehen habe: Einen Menschen, der aufgehört hat zu lachen. Der morgens nicht mehr aufstehen wollte. Der sich zurückgezogen hat, Stück für Stück, bis kaum noch etwas übrig war.
Und das Schlimmste: Ich habe es nicht sofort gemerkt. Weil wir alle so beschäftigt sind mit unserem eigenen Leben, dass wir die leisen Hilferufe überhören. Weil wir denken: Das wird schon wieder. Der hat nur eine schlechte Phase.
Aber manchmal ist es keine Phase. Manchmal ist es ein Abgrund.
Was das mit mir gemacht hat
Es hat mich verändert. Grundlegend. Ich habe angefangen, anders hinzuschauen – bei mir selbst und bei den Menschen um mich herum. Ich habe verstanden, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist. Dass es nicht reicht zu funktionieren. Dass wir alle eine Verantwortung haben – nicht nur für andere, sondern auch für uns selbst.
Dieser Moment, in dem ich hilflos daneben stand, hat eine Frage in mir ausgelöst die mich nicht mehr losgelassen hat:
Was wäre, wenn wir früher anfangen würden, uns um uns selbst zu kümmern?
Nicht erst wenn alles zusammenbricht. Nicht erst wenn der Arzt sagt: Sie müssen kürzertreten. Nicht erst wenn die Dunkelheit schon da ist. Sondern jetzt. Einfach jetzt.
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Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu bekommen. Und ich schreibe es nicht, weil ich eine Lösung habe. Ich schreibe es, weil ich glaube dass wir zu wenig darüber reden. Über die Momente in denen das Leben nicht glänzt. Über die Tage an denen alles grau ist. Über das Gefühl, jemanden zu verlieren der noch da ist.
Und ich schreibe es, weil vielleicht jemand diese Zeilen liest und denkt: Das kenne ich. Ich bin nicht allein damit.
Denn das bist du nicht. Wirklich nicht.
Was du mitnehmen darfst

Ich habe keine 5-Schritte-Anleitung gegen Depression. Die gibt es nicht. Aber ich habe etwas gelernt das ich dir mitgeben möchte:
Schau hin. Bei dir selbst und bei den Menschen die du liebst. Frag nicht nur „Wie geht’s dir?“ – frag: „Wie geht’s dir wirklich?“ Und wenn jemand sagt „Gut“ aber seine Augen etwas anderes erzählen – bleib da. Hör zu. Auch wenn du keine Antwort hast.
Und vergiss dich selbst nicht dabei. Denn du kannst nur für andere da sein, wenn du auch für dich da bist.
Wenn du oder jemand den du kennst gerade in einer schweren Zeit steckt – scheue dich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.
Von Herzen, Sandra
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