Frau mit Laterne steht am Gartentor und schaut auf den aufgehenden Vollmond

Mondstein und Herbstvollmond: Ein Ritual für Loslassen

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Es gibt Nächte im Oktober, da hängt der Vollmond so groß und golden über den Feldern, dass man unwillkürlich stehen bleibt. Der Herbstvollmond hat die Menschen schon immer berührt. Früher wurde bei seinem Licht die letzte Ernte eingeholt, deshalb trägt er bis heute Namen wie Erntemond oder Jägermond.

Ich mag es, solche Himmelsmomente für kleine Rituale zu nutzen. Nicht, weil der Mond etwas mit uns macht, sondern weil er ein wunderbarer Taktgeber ist: ein fester, sichtbarer Anlass, einmal im Monat innezuhalten. Und der Herbstvollmond eignet sich für ein Thema ganz besonders, nämlich für das Loslassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Vollmond im Oktober 2026 ist am Montag, dem 26. Oktober, um 5:12 Uhr. Voll aussehen wird er schon in der Nacht davor.
  • Nach dem Vollmond nimmt der Mond ab. Deshalb verbinden Menschen seit Jahrhunderten diese Phase mit Abschied und Loslassen.
  • Das ist Symbolik, kein Naturgesetz. Der Wert liegt darin, dass ein Datum im Kalender steht, an dem du etwas abschließt.
  • Das Ritual braucht zwanzig Minuten, eine Kerze, Zettel und Stift. Ein Mondstein darf dazu, muss aber nicht.
  • Loslassen ist keine einmalige Sache. Manches kommt wieder, und das macht das Ritual nicht wertlos, sondern wiederholbar.

Wann ist der Vollmond im Oktober 2026?

Der Oktobervollmond 2026 fällt auf Montag, den 26. Oktober, genau um 5:12 Uhr morgens.

Das ist eine unbequeme Uhrzeit, aber kein Problem. Voll und rund sieht der Mond schon in der Nacht davor aus, also am Abend des Sonntags, dem 25. Oktober, und ebenso am Montagabend. Für ein Ritual ist das die schönere Wahl.

Und es passt ein Detail dazu, das ich mag: Am selben Wochenende werden die Uhren zurückgestellt, in der Nacht auf Sonntag. Der Abend danach ist der erste, an dem es plötzlich viel früher dunkel wird. Ein Abend, an dem sich sowieso etwas verschiebt, ist ein guter Abend zum Abschließen.

Warum Vollmond und Loslassen zusammenpassen

Nach dem Vollmond nimmt der Mond ab. Nacht für Nacht wird er schmaler und gibt sozusagen etwas von seinem Licht zurück. Seit Jahrhunderten verbinden Menschen diese abnehmende Phase deshalb mit Abschied, Reinigung und Loslassen. Der Vollmond selbst ist Höhepunkt und Wendepunkt zugleich: der Moment, in dem etwas vollständig ist und gehen darf.

Das ist Symbolik, kein Naturgesetz. Aber Symbolik trägt, wenn wir ihr Aufmerksamkeit schenken.

Und ganz ehrlich: Wie oft im Alltag nehmen wir uns bewusst Zeit, etwas abzuschließen? Wir schleppen Sorgen, Ärger und alte Vorsätze monatelang mit, einfach weil nie der richtige Moment ist. Genau das ist der eigentliche Nutzen des Mondes. Er liefert den Termin. Und ein Termin ist etwas, das ein guter Vorsatz nie hat.

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Dein Vollmond-Ritual zum Loslassen

Du brauchst: eine Kerze, Zettel und Stift, eine feuerfeste Schale oder alternativ einen Papierkorb und etwa zwanzig Minuten Ruhe. Wenn du magst, dazu einen Mondstein.

Dein Vollmond-Ritual in vier Schritten
Schritt Dauer So geht er
1. Ankommen 5 Minuten Kerze anzünden, Stein in die Hand, zur Ruhe kommen, den Mond ansehen, wenn er da ist
2. Sammeln 5 Minuten Ein bis drei Dinge aufschreiben, die gehen dürfen. Konkret, nicht allgemein
3. Verabschieden 5 Minuten Jeden Punkt noch einmal lesen, einen Abschiedssatz sprechen, den Zettel zerreißen
4. Platz würdigen 5 Minuten Ein Wort aufschreiben, das einziehen darf, und es bis zum nächsten Vollmond liegen lassen
Hand schreibt bei Kerzenlicht einen Zettel, daneben ein Mondstein und eine Tasse Tee

Schritt 1: Ankommen. Zünde die Kerze an, nimm den Mondstein in die Hand und komm zur Ruhe. Wenn der Mond zu sehen ist, schau ihn dir einen Moment an. Wenn nicht, macht das nichts. Rituale funktionieren auch bei Wolken, und im Oktober ist das die wahrscheinlichere Variante.

Schritt 2: Sammeln. Schreib auf, was du loslassen möchtest. Sei konkret. Nicht „Stress“, sondern: die Sorge, die ich seit Wochen wälze, ohne dass sich etwas ändert. Der Ärger über die Bemerkung von neulich. Die Erwartung an mich, alles perfekt zu machen.

Ein bis drei Dinge reichen. Loslassen ist wie Aufräumen: lieber eine Schublade richtig als das ganze Haus halb.

Schritt 3: Verabschieden. Lies jeden Punkt noch einmal und sprich innerlich oder leise einen Abschiedssatz dazu. Ich habe dich lange genug getragen. Du darfst jetzt gehen.

Dann zerreiß den Zettel oder verbrenn ihn vorsichtig in der feuerfesten Schale. Diese körperliche Geste ist das Herz des Rituals. Was die Hände tun, versteht auch das Gefühl.

Schritt 4: Platz würdigen. Loslassen hinterlässt Raum, und Raum will begrüßt werden. Schließe mit der Frage: Was darf in diesen freien Platz einziehen? Mehr Ruhe, mehr Ehrlichkeit, mehr Zeit für dich?

Ein Wort genügt. Schreib es auf einen neuen, kleinen Zettel und leg ihn unter den Mondstein auf deinen Nachttisch, bis zum nächsten Vollmond. Dieser vierte Schritt wird am häufigsten weggelassen und ist der wichtigste. Wer nur aussortiert, bleibt mit einem leeren Platz zurück.

Was der Mondstein damit zu tun hat

Der Mondstein ist der klassische Begleiter für Mondrituale. Sein schimmerndes Weiß erinnert an Mondlicht, und traditionell steht er für Wandel, Rhythmus und die Zyklen des Lebens. Genau deshalb passt er zu einem Ritual, in dem etwas endet und etwas anderes anfangen darf.

Auch hier gilt, was für jeden Stein gilt: Er ist Symbol und Anker, nicht mehr und nicht weniger. Er lässt nichts los und verändert nichts von allein. Die eigentliche Arbeit machst du, und zwar in den zwanzig Minuten, in denen du dich hinsetzt.

Wenn du dir einen aussuchst: Der schöne Schimmer zeigt sich erst in Bewegung, dreh den Stein also im Licht, bevor du dich entscheidest. Und ein Mondstein ist vergleichsweise weich, er verkratzt in der Hosentasche neben dem Schlüsselbund. Bewahr ihn lieber einzeln auf, dann bleibt er lange schön. Wenn du Steine magst, passt dazu auch der Rauchquarz, der in diesem Monat um Erdung geht.

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Und wenn dir das alles zu esoterisch ist?

Dann lass den Mond weg. Wirklich.

Ich schreibe über Mondphasen, weil sie mir gefallen und weil sie mich zuverlässig innehalten lassen. Aber der Mond ist austauschbar. Was das Ritual trägt, ist nicht der Himmel, sondern die Struktur: ein festes Datum, zwanzig Minuten, eine Kerze und die körperliche Geste des Zerreißens.

Dieselbe Struktur funktioniert am letzten Sonntag im Monat, am Monatsersten oder an jedem anderen Tag, den du dir aussuchst. Sie funktioniert ohne Stein, ohne Kerze und ohne jedes Wort über Zyklen.

Zwei Freundinnen lachen am Küchentisch und zerreißen Zettel über einer Schale

Der einzige Unterschied ist, dass der Mond dich erinnert und ein selbstgewählter Termin nicht. Deshalb nutze ich ihn. Wenn du dir stattdessen einen Wiederholungstermin ins Handy legst, ist das genauso gut und wahrscheinlich zuverlässiger.

Nimm also, was dir passt, und lass liegen, was dir fremd bleibt. An diesem Ritual ist nichts, das man glauben müsste.

Loslassen ist keine einmalige Sache

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss. Manches, was wir loslassen, kommt wieder. Die Sorge klopft nächste Woche erneut an, der alte Ärger meldet sich beim Familienessen zurück.

Das heißt nicht, dass dein Ritual umsonst war. Loslassen ist kein einmaliger Kraftakt, sondern eine Übung, die mit jeder Wiederholung leichter wird. Und wenn dieselbe Sache zum dritten Mal auf deinem Zettel steht, dann ist auch das eine Information. Vielleicht will sie gar nicht losgelassen, sondern endlich angegangen werden.

Genau dafür ist der Mond ein schöner Verbündeter. Er kommt jeden Monat wieder und fragt freundlich nach: Na, was darf diesmal gehen?

Einfach jetzt. Eine Kerze, ein Zettel, ein großer goldener Mond.

Häufige Fragen zum Vollmond-Ritual

Wann ist der Vollmond im Oktober 2026?
Am Montag, dem 26. Oktober 2026, um 5:12 Uhr. Voll aussehen wird der Mond bereits am Abend des 25. Oktober und ebenso am Abend des 26. Oktober.

Wie funktioniert ein Vollmond-Ritual zum Loslassen?
In vier Schritten und etwa zwanzig Minuten: ankommen bei Kerzenlicht, ein bis drei konkrete Dinge aufschreiben, sie mit einem Abschiedssatz verabschieden und den Zettel zerreißen, und zum Schluss ein Wort notieren, das in den frei gewordenen Platz einziehen darf.

Was brauche ich für das Ritual?
Eine Kerze, Zettel und Stift, eine feuerfeste Schale oder einen Papierkorb und zwanzig Minuten Ruhe. Ein Mondstein darf dazu, ist aber kein Muss.

Wirkt ein Mondstein wirklich?
Ein Stein lässt nichts los und verändert nichts von allein. Er ist Symbol und Anker. Was etwas verändert, sind die zwanzig Minuten, die du dir seinetwegen nimmst.

Muss ich den Mond dabei sehen können?
Nein. Das Ritual funktioniert auch bei Wolken, und im Oktober ist das ohnehin die wahrscheinlichere Variante. Der Mond liefert den Termin, nicht die Wirkung.

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Sandra · einfach jetzt

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